das flamingohaus beantwortet die zentrale frage „wie kann architektur mit weniger auskommen und zugleich mehr qualitätvollen wohnraum schaffen?“ mit einer haltung der bewussten reduktion, robustheit und langfristigen nutzbarkeit. entwurf und realisierung folgen dem prinzip, räumliche und soziale qualität nicht durch mehr, sondern durch kluge einfachheit, ressourcenschonung und anpassungsfähigkeit zu erzeugen.
der kompakte baukörper mit einer grundfläche von ca. 12 × 30 m nutzt das innerstädtische grundstück effizient und fügt sich selbstverständlich in den kontext der metzinger altstadt ein. klare volumetrie, ruhige fassaden und eine reduzierte materialpalette verleihen dem gebäude eine zeitlose architektonische präsenz ohne formale überhöhung. gestalterische zurückhaltung wird dabei zum mittel, dauerhaftigkeit und städtebauliche angemessenheit zu sichern.
die fassadenöffnungen werden von faschen gefasst, die in einem mineralischen, feinkörnigen oberputz mit feiner filzstruktur ausgeführt sind und subtil auf die fensterläden der umgebenden altbauten verweisen. ebenso zurückhaltend ist die horizontale gliederung der ansichten: die oberen geschosse ragen jeweils um 2 cm über die darunterliegenden hinaus – eine subtile referenz an historische fachwerkbauten, konstruktiv durch geringfügig stärkere dämmschichten umgesetzt. aus der fassadenebene treten lediglich die französischen stahlbalkone hervor. mit pflanzkübeln bestückt zitieren sie klassische blumenkästen und erzeugen insbesondere in den loggien eine überraschende räumliche weite.
konstruktiv ist das gebäude als ressourcenschonender hybridbau konzipiert. ein langlebiges stahlbetonskelett bildet die tragende struktur, während hochgedämmte, nichttragende außenwände in holzrahmenbauweise den einsatz nachwachsender rohstoffe ermöglichen und den co₂-fußabdruck reduzieren. sichtbare betonoberflächen, geschliffene estriche und robuste ausbaustandards vermeiden zusätzliche materialschichten, vereinfachen wartung und reparatur und erhöhen die dauerhaftigkeit der bauteile. die vorbereitete umnutzbarkeit des parkdecks zu wohnraum versteht das gebäude von beginn an als wandelbare ressource.
die grundrissorganisation verbindet hohe flächeneffizienz mit guter wohnqualität. wirtschaftliche erschließung, flexible wohnungszuschnitte und maisonettewohnungen im dachgeschoss ermöglichen unterschiedliche wohnformen und zukünftige anpassungen. großzügige fensterflächen, raumhöhen von ca. 2,50 m sowie balkone und loggien mit integrierten pflanzelementen erweitern den wohnraum ins freie.
das gebäude folgt einer konsequenten low-tech-strategie. natürliche be- und entlüftung, einfache bauteilaufbauten und der verzicht auf komplexe gebäudetechnik reduzieren betriebs- und wartungsaufwand. eine hochgedämmte gebäudehülle, dreifach verglaste holz-aluminium-fenster, außenliegende verschattung sowie eine luft/wasser-wärmepumpe in kombination mit photovoltaik gewährleisten zugleich einen energieeffizienten und klimawandelangepassten betrieb.
als baugruppenprojekt wurde das flamingohaus kostenbewusst geplant und umgesetzt. serielle struktur, kompakte bauweise, der verzicht auf unterkellerung sowie langlebige materialien ermöglichen leistbaren wohnraum ohne abstriche bei architektonischer qualität. gemeinschaftliche erschließungsbereiche, das offene parkdeck sowie private und halböffentliche außenräume fördern nachbarschaftliche begegnung.
mit sieben unterschiedlich geschnittenen wohneinheiten bietet das flamingohaus wohnraum für verschiedene lebensentwürfe, altersgruppen und haushaltsformen. das projekt zeigt exemplarisch, wie architektur durch reduktion, robustheit und soziale angemessenheit mit weniger ressourcen auskommt und zugleich nachhaltige wohnqualität schafft.
direktauftrag
mehrfamilienhaus
lph 1-8
bgf 1.370 m2
innenraumkonzept: studio monika hesprich
photos: roland halbe






















